Themen des WSZs
Angst- und Ekelreaktionen gegenüber medizinischen Eingriffen – auslösende Faktoren, Risikofaktoren und Behandlungsmöglichkeiten.
Themenleiter: BIRKÁS, Béla
Medizinische Ängste bezeichnen spezifische Ängste im Zusammenhang mit der Gesundheit, wie beispielsweise Nosophobie (Angst vor Krankheiten), Trypanophobie (Angst vor Nadeln), Thanatophobie (Angst vor dem Tod) und Iatrophobie (Angst vor Ärzten). Solche Ängste sind weltweit verbreitet und wirken sich negativ auf den Behandlungserfolg, die Mitarbeit der Patienten und deren Lebensqualität aus.
In den Untersuchungen ermitteln wir einerseits anhand von Fragebögen, welche Faktoren die Intensität dieser Reaktionen beeinflussen. Andererseits identifizieren wir durch den Einsatz von emotionsauslösenden Bildern Faktoren, die die emotionale Kontrolle stärken oder schwächen.
Der Status des extrakorporalen Embryos
Themenleiter: KOVÁCS, Gusztáv
Entwicklung interkultureller Kompetenzen im Hinblick auf die kulturelle Diversität im Gesundheitswesen
Themenleiter: FAUBL, Nóra
In unserer globalisierten Welt ist das interkulturelle Umfeld eine alltägliche Erscheinung, somit rückt das interkulturelle Wissen als Schlüsselfähigkeit immer mehr in den Vordergrund. Ein möglicher Erwerbsweg dieser Kompetenz bedeutet die immer wichtigere internationale Studentenmobilität. Während des Studiums im internationalen universitären Umfeld können durch interkulturelle Verbindungen und Kooperationen die Möglichkeit der Partizipation und dadurch die Stärkung gesellschaftlichen Kapitals beobachtet werden. Durch die extracurriculären Programmen kann die Entwicklung der brückenbauenden gesellschaftlichen Kooperationen besonders stark gefördert werden. Die kommunikative Partizipationsabsicht der Bemühung auf die Problemlösung. d.h. die Chancenmöglichkeit eines optimal(er)en Zustands kann auf die Nutzung interkultureller Kompetenzen motivierend auswirken. Im Fokus der Untersuchungen steht die extracurriculäre und indirekte Entwicklung interkultureller Kompetenzen der Medizinstudierenden im multikulturellen Universitätsumfeld. Zur Untersuchung der interkulturellen Wirkung des multikulturellen Universitätsumfeldes werden und/oder quantitative sowie qualitative Forschungsmethoden (Fragebögen, Interviews) verwendet.
Ethische Fragen am Lebensende und das Hirntodkriterium
Themenleiter: KOVÁCS, Gusztáv
Die Entwicklung der modernen Medizin, insbesondere die Verbreitung der Intensivmedizin und künstlicher Erhaltungsverfahren, hat die traditionelle kardiorespiratorische Definition des Todes grundlegend in Frage gestellt. Die künstliche Aufrechterhaltung der Vitalfunktionen machte die Festlegung eines neuen biologischen und rechtlichen Kriteriums des Todes erforderlich, dessen Meilenstein die 1968 formulierte Harvard-Definition darstellt, welche den Zustand des Hirntods zur biologischen Grundlage des Todes erklärte. Diese neue Definition stellt jedoch nicht nur aus medizinischer und rechtlicher Sicht eine Herausforderung dar, sondern wirft auch tiefe ethische, philosophische und anthropologische Dilemmata hinsichtlich der Grenzen des menschlichen Lebens, des Sterbeprozesses und der Praxis der Organspende auf.
Während der TDK-Forschung können Studierende die Entstehungsgeschichte und die bioethischen Debatten des Harvard-Hirntodkonzepts, metaphysische Fragen im Zusammenhang mit der Bestimmung des Todes sowie die moralischen Zusammenhänge von Entscheidungen am Lebensende und der Organtransplantation analysieren, auf der Suche nach Antworten darauf, wie die Wahrung der Menschenwürde innerhalb der technischen Grenzen der modernen Medizin gewährleistet werden kann.
Fragen zum Lebensbeginn und der Wandel der Elternrolle
Themenleiter: KOVÁCS, Gusztáv
Die rasante Entwicklung der medizinischen Wissenschaft und der Fortpflanzungstechnologien hat unsere traditionellen Vorstellungen über den Beginn des menschlichen Lebens sowie den biologischen und sozialen Prozess des Elternwerdens grundlegend umgestaltet. Von der Empfängnisregelung über die Pränataldiagnostik bis hin zur Fetalmedizin bietet die moderne Medizin Interventionsmöglichkeiten, die nicht nur die Grenzen der Fortpflanzung erweitern, sondern auch neue moralische, rechtliche und existenzielle Fragen aufwerfen. Ausgestattet mit diesen Technologien erscheinen Schwangerschaft, der Status des Fötus und die Familiengründung für Eltern und medizinisches Fachpersonal nicht mehr nur als biologische Tatsachen, sondern als Gegenstand kontinuierlicher Abwägung und Entscheidungsfindung.
Im Rahmen der TDK-Forschung können Studierende die ethischen Dilemmata von Eingriffen zu Beginn des Lebens, die moralischen Grenzen pränataler Screenings und Diagnostik, den rechtlichen und moralischen Status des Fötus sowie die Frage untersuchen, wie technologischer Determinismus die Erfahrung des Elternwerdens, den Verantwortungsbegriff und das Arzt-Patient-Verhältnis in der modernen Geburtshilfe umgestaltet.
Mentale und soziale Gesundheit bzw. Leistung der Medizinstudenten und der Mitarbeiter im Gesundheitswesen: weitere Indikatoren der Depression, der Angststörung und des psychologischen-psychosozialen Disstresses
Themenleiter: FAUBL, Nóra
Zweiter Themenleiter: Dr. GÁCS, Boróka
Die psychische und soziale Gesundheit von Universitätsstudenten ist ein Bereich, der weltweit zunehmend an Bedeutung gewinnt. Das Medizinstudium wird als ein stressiges Umfeld anerkannt, welches sich häufig negativ auf die akademische Leistung, die körperliche Gesundheit und das emotionale Wohlbefinden der Studenten auswirkt. Somit ist diese Populationsgruppe nachweislich besonders anfällig für Depressionen, Ängste und Stress, was auf Faktoren wie akademischen Druck, Hindernisse bei der Zielerreichung, Veränderungen in der Umgebung und Herausforderungen im Leben wie den Übergang von der schulischen Laufbahn zur Universität und den Rollenwechsel vom Studenten zum erfahrenen Arzt zurückzuführen ist. Ziel der Untersuchung ist es, die Prävalenz von Angst, Depression und Stress bei Medizinstudenten aller Semester zu vergleichen und die damit verbundenen Faktoren wie Burnout, akademische Herausforderungen und Bewältigungsstrategien zu bewerten.
Psychologische Flexibilität und psychische Gesundheit der Studierenden
Themenleiter: BIRKÁS, Béla
Psychologische Flexibilität ist vielschichtig und hat auch emotionale, kognitive und persönlichkeitsbezogene Aspekte. Menschen mit einer höheren psychologischen Flexibilität sind sensibel für soziale Signale, lernen effizient und passen sich verschiedenen Situationen an. Sie können nicht nur besser mit Stress umgehen, sondern sind auch in ihren Beziehungen und in ihrer akademischen und beruflichen Laufbahn erfolgreicher als Menschen mit geringerer Flexibilität. In unseren Untersuchungen untersuchen wir die Rolle der Faktoren der psychologischen Flexibilität im Hinblick auf das soziale Leben an der Universität und den akademischen Fortschritt. Außerdem versuchen wir, Faktoren zu identifizieren, die die Flexibilität fördern und steigern
Psychosoziale Auswirkungen chronischer Erkrankungen und deren Folgen für die psychische Gesundheit
Themenleiter: BIRKÁS, Béla
Chronische Erkrankungen wie Krebs, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder chronische Atemwegserkrankungen und deren Behandlung stellen für die Patienten eine erhebliche psychische Belastung dar.
Das Ziel unserer Forschung ist es, herauszufinden, welche kognitiven, Bewältigungs- und Verhaltensmerkmale den Verlauf chronischer Erkrankungen und das Leidensdruck verstärken oder verringern. Die in unserer Studie identifizierten Verhaltensweisen, Persönlichkeitsfaktoren und/oder Funktionsweisen können Gegenstand späterer psychologischer Interventionen sein, die den Betroffenen helfen, eine bessere Lebensqualität zu erreichen, ihre Stimmung zu verbessern und ihre Ängste zu verringern.
Quo vadis medicus? Fachrichtungs- und Wohnortspräferenzen von Medizinstudierenden und Ärzten
Themenleiter: FAUBL, Nóra
Der Fachärztemangel in bestimmten medizinischen Fachgebieten und vor allem in ländlichen Regionen stellt das Gesundheitssystem vor große Herausforderungen. Aus diesem Grund ist es wichtig zu erforschen, welche Motivationen hinter den Fachrichtungsentscheidungen der Studierenden zu finden sind. Der Fokus unserer internationalen Forschungsgruppe bringt mittels multizentrischen Querschnittstudien wichtige Informationen über die Motivationsgründe zur Wahl von Fachrichtungs- und Wohnortspräferenzen. Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass u.a. das optimale Gleichgewicht zwischen Arbeit und Privatleben den zukünftigen Medizinern ein relevanter Aspekt für Facharztentscheidungen ist. Somit wäre es bei den Maßnahmen zur Verhinderung des fortschreitenden strukturellen Ärztemangels besonders wichtig, auf die Motivationsgründe der (werdenden) Mediziner zu achten. Dies gilt auch für die Entwicklungstendenzen der einzelnen Fachgebiete, mit besonderem Fokus auf Fachrichtungen mit Nachwuchsproblemen, wie zum Beispiel Allgemeinmedizin in ländlichen Regionen.
Religion und Bioethik
Themenleiter: KOVÁCS, Gusztáv
Das Verhältnis zwischen religiösen Traditionen und moderner Bioethik prägt grundlegend die Art und Weise, wie wir uns zum Beginn und Ende des menschlichen Lebens sowie zu den von der Medizin angebotenen Eingriffen verhalten. Seit den Anfängen der Bioethik führt diese einen engen Dialog mit verschiedenen religiös-philosophischen Weltanschauungen, da Konzepte wie die Heiligkeit des Lebens, die Menschenwürde, der Sinn des Leidens oder der Schutz der geschaffenen Welt tief in der religiösen Dogmatik und Ethik verankert sind. Gleichzeitig treten jedoch häufig Spannungen oder spezifische Interpretationsunterschiede zwischen säkularer Bioethik und religiös fundierten Ansätzen bei Fragen der klinischen Entscheidungsfindung, der Euthanasie, der Abtreibung oder moderner biotechnologischer Verfahren auf.
Im Rahmen der TDK-Forschung können Studierende untersuchen, wie die Lehren der verschiedenen Weltreligionen (oder einer bestimmten konfessionellen Tradition) auf zeitgenössische bioethische Dilemmata reflektieren, wie sie die Gewissensentscheidungen gläubiger Patientinnen und Patienten sowie von Beschäftigten im Gesundheitswesen prägen und wie ein fruchtbarer Dialog zwischen religiösen Überzeugungen und pluralistischen, säkularen Medizinethiken hergestellt werden kann.
Untersuchung von Angst vor Ärzten, Arzt-Patient-Beziehung, Kommunikation und Vertrauen
Themenleiter: BIRKÁS, Béla
Die Kommunikation zwischen Patienten und Ärzte sowie das Vertrauen in den behandelnden Arzt sind entscheidende Faktoren für die Verringerung der Ängste der Patienten. Gleichzeitig gibt es nur wenige Untersuchungen darüber, wie die Arzt-Patient-Beziehung und beispielsweise die Online-Recherche von Patienten die Erfahrungen und Bewertungen im Zusammenhang mit der medizinischen Versorgung beeinflussen. Ziel unserer Untersuchungen ist es, die Zusammenhänge zwischen medizinischen Ängsten, Arzt-Patient-Kommunikation und Vertrauen aufzudecken und zu untersuchen, wie sich detaillierte Informationen vor der Behandlung und die Online-Informationssuche auf die Ängste und das Vertrauen der Patienten auswirken.